Ich in Akihabara

Foto mit einer Maid

Zurückblickend kann ich nur sagen, Akihabara hat mich als Fan der japanische Popkultur am meisten beeindruckt. Animegeschäfte, mehrere Stockwerke hoch und Maidcafes nahezu in jedem Block. Was ich genau in den Geschäften fand und welches Ritual man in einem Maidcafe vollziehen muss, bevor man essen und trinken darf, dies kannst du in diesem Beitrag lesen. Ich würde mich freuen.

Anime Kaufhäuser

In Akihabara war ich bei meinem ersten Aufenthalt gleich zweimal. Einmal an dem Tag an dem ich in Tokyo gelandet bin und ein paar Tage später, als es in Tokio wegen einem Taifun in Strömen regnete. Ich war bereits am ersten Tag hin und weg und hielt mich für ungefähr eine Stunde in einem Anime-Geschäft auf. Das Geschäft war auf über sieben Etagen verteilt, wobei die Räume pro Etage nicht sonderlich groß waren. Dafür war der Laden voll gestopft mit all den Dingen, die man sich als Animefan nur wünschen kann.

Animesortiment in Animegeschäften

Ich besuchte noch ein paar weitere Geschäfte und zum Teil auch Kaufhäuser welche Animeprodukte führten. Die meisten dieser Geschäfte hatten mehrere Etagen und ich konnte mit der Zeit eine Art Grundsystem an Produkten entdecken, die es in vielen, aber nicht in allen Geschäften gab. Das Animesortiment unterteilte sich in folgende Etagen: eine Etage nur für Figuren, eine für Sammelkarten, eine für Bücher, eine für Filme und CDs und eine für sonstige Produkte rund um die Lieblingsanimefiguren.

Replikate von Waffen

In vielen Geschäften gab es zudem einen eigenen Bereich für Replikate von Waffen und Militärausrüstung. Ebenfalls fand ich zum Teil eigene Etagen für Modellbau, angefangen von Kampfrobotern bis zu fein detailierten Nachbauten von Militärausrüstung. Auch gab es eigene Bereiche nur für Modelleisenbahnen. Was ich zudem interessant fand, waren Etagen auf denen es nur Puppen gab, plus jede Menge Sachen zum Anziehen und sonstiges Zubehör.

P18 Abteilung

Zudem war ich in eigenen Abteilung für Animeprodukte über 18. Diese Abteilung kann man nicht mit Deutschland vergleichen. Zwar befanden sich in den Bereichen zu hundert Prozent nur Männer, aber alle gingen locker mit dem Thema um. Auch waren diese Bereich nur physikalisch, aber nicht optisch getrennt. In diesen Bereichen gab es Animehefte und Banner.

Ich verbrachte alleine in einem Kaufhaus mehrere Stunden und weiß, dass ich nicht alles gesehen habe. Die Auswahl ist einfach gigantisch und ich kann nur jedem empfehlen die schlechten Tage in Tokyo für diese Erkundungsgänge zu nutzen.

Sexkaufhaus statt Cosplaystore

Noch eine kleine witzige Story am Rande. Als ich für meine kleine Tochter nach Klamotten suchte, entdeckte ich einen Laden, an denen in den obersten Etagen an den Fenstern Cosplaykostüme hingen. Dies sah zumindestens von Weitem so aus. Also stürmte ich siegessicher in den Laden, endlich ein Geschäft gefunden zu haben, in dem es jede Menge Cosplayklamotten gibt.

Bereits kurz nach Eingang musste ich aber feststellen, ich bin einem Sexshop gelandet. Neben kleinen Mädchenpuppen sah ich hier auch eine Wand mit Nackfotos von japanischen Frauen. Diese scheinen sich zu fotografieren und anschließend die Bilder in den Shops zu verkaufen. In der obersten Etage gab es dann aber auch tatsächlich Kostüme, die auch als Cosplaykostüme durchgegangen wären. Nur war der Zweck der Kostüme natürlich ein anderer. 😉

Katzencafes

Einige Katzencafes findet man auch in Akihabara. Diese befinden sich meistens in den Seitenstraßen, also etwas abseits von der populären Hauptstraße. Wenn man einmal in Tokio ist, sollte man definitiv eins der Cafes mal besuchen. Hier findet ihr einen Beitrag von meinem Besuch eines Katzencafe in Tokio in Akihabara.

Maidcafes

Ich bin anschließend in mein erstes Maidcafe gegangen. Ich hatte am ersten Tag bereits einen Flyer in die Hand bekommen auf dem sehr schön gestaltetes Essen abgebildet war. Ich wollte deswegen wissen, was es mit diesen Cafes auf sich hat.

Ausstattung

Die Maidcafes welche ich in Akihabara gesehen habe, lagen alle in den höheren Stockwerken. Auf den Straßen trifft man aber bereits jede Menge Maids, welche Flyer verteilen und die Gäste in die Cafes begleiten. Die Cafes ähneln eher kleinen Bars. Meistens handelt es sich um einen kleinen Raum mit rund 20 Sitzplätzen.

Mädchendesign in pink

Ich habe mir zwei dieser Cafes angesehen. Im ersten Cafe war die Ausstattung sehr modern und mädchenhaft. Alles war in pink gehalten und es gab eine kleine Bühne, auf der eine Maid eine kleine Gesangseinlage hinlegte. Man zeigte mir wo ich mich hinsetzen dürfte und alle Maids im Cafe begrüßten mich erst einmal lauthals. Anschließend erklärte man mir, wie ein Maidcafe funktioniert.

Schulklassendesign

Das zweite Cafe war etwas einfacher und mit scheinbar ausrangierten Gegenständen von japanischen Schulen eingerichtet. Zuerst platzierte man mich an einer Schultisch und erklärte mir kurz wie dieses Maidcafe funktioniert. Anschließend wurde ich wieder von allen Maids lauthals begrüßt und an meinen Platz geführt.

Was man für sein Geld bekommt

Man bezahlt in jedem Cafe eine Grundgebühr, die für eine Stunde gilt. Zusätzlich kommen noch die Kosten für das Essen und die Getränke hinzu. Es gab in beiden Cafes, und ich vermute dies wird auch anderswo so sein, eine Art Kombiangebot. Dies bestand aus einem Essen, einem Getränk, einer Showeinlage oder einer Überraschung und einem Foto mit einem der Maids. Ansonsten konnte man zusätzlich noch weitere Speisen und Getränke aus einer Karte bestellen. Fotografieren war im Übrigen verboten. Aber im ersten Cafe konnte ich trotzdem ein paar Fotos schießen, nachdem ich höflich gefragt hatte.

Wie man sein Essen begrüßt

In beiden Cafes hockte sich eine Maid zu mir an den Tisch und zeigte mir was ich bestellen kann. Nachdem ich mich für ein Menü entschieden hatte, bekam ich ein Glas Wasser. Danach kam mein Getränk. Jetzt begann die eigentliche und die wichtigste Zeremonie in einem Maidcafe, denn das Getränk durfte ich nicht gleich trinken. Zuerst musste ich es begrüßen mit einem: Muny, Muny, Kyu. Aber es gab auch andere Begrüßungsrituale. Die meisten endeten aber in einem Herz, welches man mit beiden Fingern formte und auf das Getränk oder das Essen schoß.

Das Essen im Maidcafe

Etwas später folgte das Essen, welches optisch wirklich dem Essen auf den Bildern entsprach. Ich war fasziniert. Ich beobachtete anschließend einfach nur, was in den Maidcafes geschah. Hier ärgerte ich mich ein bisschen darüber, dass ich leider kein Wort japanisch spreche. Es wäre bestimmt interessant gewesen mit den Maids ein paar Sätze zu wechseln.

Im ersten Cafe kam nach dem Essen eine Maid zu mir und ich durfte ein Los aus einer Loskiste ziehen. Ich gewann ein Foto mit einem Maid. Im zweiten Cafe hatte ich von Beginn ein Foto mit einer Maid erworben und ich durfte aus einer Übersicht mir eine Maid aussuchen, mit der ich gerne fotografiert werden möchte.

Fotos von den Maids

Bei den Fotos fiel mir noch etwas auf. Die meisten Fotos werden mit einer Art Polaroid geschossen. Man kann sich zusammen mit den Maids fotografieren lassen oder das Maid lässt sich in einer gewünschten Pose (natürlich eine typische Maidpose) alleine fotografieren. Die Fotos werden anschließend von den Maids signiert. Viele Japaner wollten nur das die Maid fotografiert wird. Ich vermute mal, es gibt in Japan auch hierfür einen Tauschmarkt, bei dem solche Bilder gerne getauscht werden.

Showeinlage der Maids

Im zweiten Cafe hatte ich zudem noch eine Showeinlage gebucht. Diese lief wie folgt ab. Die Maid, welche sich um mich kümmerte, tanzte zu einem Song in bestimmten Maidposen. Ich hätte dies gerne aufgenommen, denn es sah wirklich gut aus.

Ich fand beide Cafes hatten etwas und ich weiß ich werde mir noch weitere Cafes bei meinem nächsten Besuch in Tokyo ansehen. Zudem sah ich, neben den Maidcafes gibt es in Akihabara noch weitere Themencafes, bei denen scheinbar das Grundprinzip ähnlich ist. Auch diese will ich mir beim nächsten Besuch genauer ansehen.

Akihabara am Sonntag

Akihabara an einem Sonntag das muss man einfach gesehen haben. Am Sonntag wird die Hauptstraße, die Straße auf der sich die beliebtesten Geschäfte befinden, abgesperrt und man kann auf der Straße entlang laufen. Dadurch hat man natürlich einen ganz anderen Blick auf die vielen Hochhäuser in denen sich die Kaufhäuser mit den Elektronikläden, den Manga- und Anime Geschäften, befinden.

Mein Fazit: Wenn man in Tokio ist muss man Sonntags nach Akihabara fahren. Die Straße ist zwischen 14 Uhr und 18 Uhr gesperrt. In dieser Zeit sollte man definitiv ungefähr für eine Stunde diese Straße einfach mal besucht haben.

Ich habe zudem in den Seitenstraßen Fahrzeuge gesehen die getunt und mit diversen Anime und Manga Charakteren verziert waren. In einem der Autos sah ich auf der Armatur viele Figuren, welche auf dieser saßen. Neben den Autos gab es auch Motorroller und Motorräder die so verziert fahren.

Veröffentlicht von

Ronny Siegel

Noch habe ich hier nichts über mich geschrieben, weil so vieles schon auf diesem Blog steht. ;) Diese Bücher habe ich gerade gelesen: Die Tribute von Panem (komplett) Das Schloss Das Parfüm Der Schwarm Der Process Die Kanguruh-Chroniken Das Lied von Eis und Feuer Diese Filme habe ich mir angesehen: Diese Serien habe ich gesehen:

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