30 Euro Strafe für Schieben von Kinderwagen: Ungarn schikaniert Zigeuner

Heute mal ein kleiner Praxistipp für unsere Politiker, wenn die Kassen mal wieder leer sein sollten. Denn ich schlage einen neuen Bußgeldkatalog vor mit weiteren saftigen Geldstrafen. Man könnte zum Beispiel 30 Euro dafür verlangen, wenn man jemanden erwischt, wie dieser einen Kinderwagen schiebt. Bei den vielen Kindern in Deutschland würde dies einen wahren Geldregen bedeuten. Oder wie wäre es mit einer Geldstrafe von 60 Euro, wenn man in der Öffentlichkeit aus einer Bierflasche trinkt? So ein Quatsch, auf solche Strafen würde doch niemand kommen? Falsch, denn was hierzulande noch undenkbar ist, ist in Ungarn bereits bittere Realität.

In Ungarn findet zurzeit ein gnadenloser Feldzug gegen Zigeuner statt. Denn seitdem Viktor Orban in Ungarn an der Macht, hat sich das Klima stark abgekühlt. Während wir hierzulande über Kälteopfer klagen, klagen die Romas in Ungarn über mangelnde menschliche Wärme. Dies geht mehr und mehr verloren, wie in der Zwischenzeit auch ungarische Menschen feststellen, die keine Zigeuner sind. Die zuvor angesprochen Strafen sind nur die Spitze eines Eisberges unmenschlicher Bürokratie und Schikane. Denn neben diesen Lapalien, gibt es auch noch echte harte Strafen. So wurde einer zehnjährigen eine Geldstrafe von 70 Euro aufgebrummt, weil diese beim Spielen eine Eisenstange aufhob. Man meinte, dies wäre eine Waffe und zog das Geld direkt vom Gehalt der Eltern ab.

Verdienst von 30 Euro die Woche, bei 40 Stunden Schwerstarbeit

Dabei verdienen die ungarischen Zigeuner nur rund 100 Euro im Monat. Und dies bei vollen 40 Stunden Arbeitszeit pro Woche. Beschäftigungsprogramm nennt man dies in Ungarn und zielt damit auf die eine Millionen Zigeuner, welche seit Beginn der 90ziger immer öfters als Sozialschmarotzer bezeichnet werden. Da Sklavenhaltung jedoch immer noch verboten ist, griff man tief in die Sozialkiste um sich neue willige Arbeitssklaven in Ungarn zu organisieren. Zigeuner die sich dem Beschäftigungsprogramm entziehen wollen, werden mit dem Entzug ihrer Sozialleistungen für die kommenden drei Jahre bestraft. Dieselbe Strafe droht, wenn man mal einen Tag veschlafen sollte.

Für ihre Arbeit erhalten die Zigeuner dann einen Lohn, denn man sich gelinde gesagt “in den Arsch schieben” kann. Denn mit umgerechnet 66 Cent pro Stunde, werden die ungarischen Zigeuner abgespeist. Einer der rechtsgerichteten Dorfvorsteher einer ungarischen Gemeinde brachte dies folgendermaßen auf den Punkt: “Im letzten Jahr hatten wir noch Heizkosten in Höhe von 5.000 Euro. In diesem Jahr konnten wir diese aufgrund des Beschäftigungsprogrammes senken.” Was er nicht offizielle erwähnte waren die Zigeuner, welche für die Gemeinde für den Hungerlohn, Holz hacken mussten.

Rumänen fordern Zigeuner zur Herausgabe von Goldschmuck

Der Terror gegen die Zigeuner ist aber nicht nur ein ungarisches Phänomen, auch wenn er in Europa in dieser Form bisher einmalig ist. In Rumänien zielt ein weiteres Gesetz auf die Besitztümer von Romas ab. Dort wurde jetzt beschlossen, allen Sozialhilfeempfängern die Leistungen solange zu streichen, so lange sie noch im Besitz von Goldschmuck sind. Die Botschaft ist eindeutig, denn gerade Zigeuner sind dafür bekannt, einen umfangreichen Familienschmuck zu besitzen. Dieser wird seit Generationen weiter vererbt. Jetzt dürfen sie in Rumänien zwischen Hunger und Schmuck wählen.

Die Entwicklungen in beiden Ländern sind erschreckend und manche Ungarn meinen, in ihrem Land begannen diese Entwicklungen mit der Einführung des ungarischen Kapitalismus. Dass diese Entwicklungen aber keine Besonderheit sind, zeigt ein Blick in die Geschichte. Nationale rechte Tendenzen gab es auch ab 1929, nach der letzten großen Wirtschaftskrise. Während man in den USA die Kurve bekam und den antisemitischen Entwicklungen einen Riegel vorschieben konnte, kennt jeder den Ausgang der deutschen Geschichte.

Wirft man jetzt noch einmal einen Blick nach Ungarn und sieht dort im Stadtbild Mitglieder der “Neuen ungarischen Garde” vor dem Doppelkreuz stehen, sollten bei jedem europäischen Politiker sämtliche Alarmglocken läuten. Denn die Gardisten stehen aus einem guten Grund vor diesem Kreuz: Sie gedenken nahezu täglich der verlorenen Gebiete des ehemaligen Großungarn.

Quelle: www.dailymail.co.uk,

Veröffentlicht von

Ronny Siegel

Noch habe ich hier nichts über mich geschrieben, weil so vieles schon auf diesem Blog steht. ;) Diese Bücher habe ich gerade gelesen: Die Tribute von Panem (komplett) Das Schloss Das Parfüm Der Schwarm Der Process Die Kanguruh-Chroniken Das Lied von Eis und Feuer Diese Filme habe ich mir angesehen: Diese Serien habe ich gesehen:

6 Gedanken zu „30 Euro Strafe für Schieben von Kinderwagen: Ungarn schikaniert Zigeuner“

    1. Pia: Was genau siehst du als NoGo? Die Methoden mit denen man versucht die Zigeuner in Rumänien und Ungarn zu schikanieren oder der allgemeine Zustand des Sozialsystems in diesen Ländern.

  1. Klar ist der Zustand des Sozialsystems furchtbar. Aber dass die da die Zigeuner so schikanieren find ich total schlimm. Das sind immer noch gleichwertige Menschen. Mit denen darf man doch nciht umspringen wie man will.

    1. Zum Glück scheinen sich diese Erkenntnisse auch immer mehr durch zu setzen. Der Bericht löste eine heftige Welle von Kritiken in den Medien aus. Ein gutes Zeichen für das menschliche Miteinander.

  2. Früher war ich der Meinung das alle Menschen gleich sind.
    Dann habe Ich die ersten negativen Erfahrungen mit Zigeunern gemacht.Du gibst ihnen dein Finger,und sie nehmen dir die ganze Hand bestählen dich Verarschen und Bescheissen dich,dies wird nie jemand erfahren der nicht in einer umgebung mit Zigeunern gewohnt hat.
    Dies ist Ihre Mentalität und Lebensweise.
    Ich will damit nicht sagen das alle in der selben Kategorie eingeschtuft werden sollen,aber von 100 Zigeuner trifft in Ungarn auf 95 die obige Beschreibung zu.

    1. @Anonym: Danke für deine Meinung. Vielleicht kannst du mir aber noch ein paar Fragen zu deinen Aussagen beantworten. Mich würde interessieren in welcher Zeit du in Ungarn mit Zigeunern Erfahrungen sammeln durftest, was dir widerfahren ist und ob du die angesprochenen Unterschiede in der Doku vor 1990 und danach bestätigen kannst.

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