Psychologische Kriegsführung und das Leitbild der OPINFO in den 90zigern

Psychologische Kriegsführung ist ein Mittel, mit denen die Militärs seit Menschengedenken agieren, auch wenn der Begriff der psychologischen Kriegsführung erst in der Neuzeit geprägt wurde. In der Bundeswehr wurde dieser Begriff bis 1970 für die entsprechende Einheit der Bundeswehr verwendet, nach 1970 umbenannt in psychologische Verteidigung und ab 1990 als “operative Information”, kurz OPINFO bezeichnet. In einem Buch über Militärspionage bin ich auf die Aufgabe dieser Truppe gestoßen, darunter folgende Aussage “Angriffe auf die Zivilbevölkerung”, was weitere Fragen aufwarf.

Aufgaben der psychologischen Kriegsführung – Propaganda, Spionage, Sabotage,…

Kurz zur Quelle der folgenden Aussagen. Diese stammen aus dem Buch “Militärspionage – Die DDR Aufklärung in NATO und Bundeswehr” von den Autoren Rainer Rupp, Karl Rehbaum und Klaus Eichinger. Sämtliche Autoren waren in der DDR Mitarbeiter der HV A oder des MfS. Inwieweit somit persönliche Empfindungen und Meinungen in den Aussagen in dem Buch wiedergespiegelt werden, ist nicht zu erkennen. Am Ende des 4. Kapitels “Die Rolle der Bundeswehr in der NATO-Militärstrategie” gehen die Autoren auch auf die Rolle der OPINFO ein, ein Truppenteil der auch heute noch existiert. Dazu kann man folgendes nachlesen:

Die Bundeswehr stellt folgende wesentliche Ziele der Psychologischen Kriegsführung auf:

  • Zerstörung des Willens und der Fähigkeit des Gegners im Kampf ( psychologische Destabilisierung)
  • Trennung des Gegners von seinen Verbündeten und von Neutralen (Isolation)
  • Stärkung des Siegeswillens bei den eigenen Truppen und der Verbündeten.
  • Festigung des Rückhalts in der eigenen Bevölkerung.

Die Konzeption der Psychologischen Kriegsführung erlaubte der Bundeswehr alle Methoden, mit denen sich die menschliche Psyche beeinflussen lässt. So zum Beispiel mittels offener und verdeckter Propaganda, Spionage, Subversion, Sabotage, gezielte Anschläge, Angriffe auf die Zivilbevölkerung, Erzeugung von politischen, ökonomischen und sozialen Druck.

 

Bombenanschlag im Irak – Angriff auf die Zivilbevölkerung?

Warum erregten diese Aussagen meine Aufmerksamkeit? Ich denke hierbei weniger an Aktionen der Truppe der Bundeswehr. Doch welche Bilder mir sofort durch den Kopf schossen, sind die Bilder der letzten 11 Jahre, beginnend mit dem 11.September und allem was danach kam. Gab es nicht Spekulationen, dass die Anschläge des 11.Septembers 2001 von den Amerikanern initiiert wurden, um einen Kriegsgrund zu erhalten? Gab es nicht Informationen darüber, dass ein Teil der Bomben die im Irak die Zivilbevölkerung töteten, aus CIA-Beständen stammten? Man könnte diese Liste bedenkenlos erweitern. Doch bisher bin ich noch nirgendwo auf eine solche klare Aussage einer solchen Einheit gestoßen. Dies wundert mich auch nicht, würden solche Aussagen schließlich für ein Aufbegehren in der Bevölkerung oder zu mindestens bei einigen Medien sorgen.

 

Berichtserstattung über den Iran – Festigung des Rückhalts in der eigenen Bevölkerung?

Das Strategiepapier der Bundeswehr mit dem Leitbild der OPINFO stammt aus den 90zigern und hat sich seitdem verändert, wenn man den Berichten in den Medien folgt. Unabhängig von der Bundeswehr gehe ich jedoch davon aus, dass dieses Leitlinien für einige Armeen auf unserem Globus immer noch eine wichtige Rolle spielen. An den grundsätzlichen Leitlinien, scheint sich für einige Armeen nichts geändert zu haben. Die meisten Ansätze werden auch heute noch, bei der Planung von militärischen Einsätzen verfolgt. Und bei diesem Leitbild frage ich mich, welchen Anteil zum Beispiel der Punkt “Festigung des Rückhalts in der eigenen Bevölkerung” spielt, wenn es sich dabei um Berichte aus den Iran handelt. Ich bin der Meinung nirgendwo werden mehr Unwahrheiten verbreitet, um wirtschaftliche und politische Ziele zu verfolgen, wenn man einen Grund zum Krieg führen sucht. Dass es dabei keine menschlichen Gewinner geben kann, sieht man derzeit deutlich am Irak und Afghanistan.

weitere Infos zur OPINFO: Wikipedia,  Webseite

Quelle des Zitats: Militärspionage – edition ost – S.68/69 – Die Rolle der Bundeswehr in der NATO-Militärstrategie – ISBN: 978-3-360-01828-1

Veröffentlicht von

Ronny Siegel

Noch habe ich hier nichts über mich geschrieben, weil so vieles schon auf diesem Blog steht. ;) Diese Bücher habe ich gerade gelesen: Die Tribute von Panem (komplett) Das Schloss Das Parfüm Der Schwarm Der Process Die Kanguruh-Chroniken Das Lied von Eis und Feuer Diese Filme habe ich mir angesehen: Diese Serien habe ich gesehen:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.