Google Street View in Dresden oder wie man mich beleidigte

Seit letzter Woche ist der Service von Google endlich auch in Deutschland verfügbar. Mit Google Street View kann man jetzt virtuell Gegenden bereisen, die man wahrscheinlich ansonsten in seinem Leben niemals zu Gesicht bekommen würde. Ich freute mich bereits seit einem Jahr auf Google Street View für Dresden, denn im Jahr zuvor durfte ich ein Google Fahrzeug am Rande der Stadt stoppen, welches, bewaffnet mit seiner Kamera, die Gegend fotografierte. Deswegen wusste ich auch, wo man mich in Zukunft auf Google Street View sehen würde.

(Achtung der nachfolgende Text könnte ironische Passagen enthalten)
Die Vorfreude weilte allerdings nur ein Jahr. Denn nachdem ich einen Blick auf die besagte Straße warf, musste ich mit Erschrecken feststellen, die deutsche Angst schlug genau an dieser Stelle zu und das Ergebnis war für mich ernüchternd und stimmte mich traurig.

Google verpixelte die komplette Häuserfront des Hauses, vor dem ich an diesem sonnigen Tag stand. Von mir ist nichts mehr weiter zu sehen, als meine Schuhe. Mit einem verpixelten Haus im Hintergrund hätte ich mich ja noch anfreunden können. Aber dass man mich gleich komplett wegretuschierte und mich somit aus dem digitalen Google Street View Universum entfernte, ist für mich schon beleidigend. Wie hoch standen schließlich die Chancen, überhaupt bei Google Street View zu erscheinen?

google-street-view-dresden-02

Ich bin der festen Überzeugung, wenn es Menschen in diesem Land gestattet wird zu entscheiden, ob ihre Häuser bei Google Street View dargestellt oder verpixelt werden, sollte es auch möglich sein, dass ich darüber entscheiden kann, ob man mich bei Google Street View sehen und identifizieren kann. Ich schäme mich weder für mein Aussehen, noch dafür dass Google mich fotografierte. Meine verpixelte Darstellung bei Google Street View, lässt somit nur den Schluss zu, man wollte mich nicht zeigen, aus welchen Gründen auch immer.

Um mich überhaupt in irgendeiner Form bei Google Street View identifizieren zu können, musste ich mich virtuell um mehrere Meter in entgegen gesetzter Richtung bewegen. Irgendwann sah ich mich schließlich komplett vor der im Hintergrund verpixelten Häuserwand stehen.

google-street-view-dresden-01

Natürlich kann man mich nur erkennen, wenn man weiß, wer da gerade steht. Denn sobald man ein Bild näher rückt, sieht man mich bereits nicht mehr. Ich überlegte, wie ich trotzdem bei Google erscheinen könnte und mir fiel dabei Folgendes ein. Ich schnappte mir einfach meine Kamera und einen Fotografen und wir fuhren noch einmal zu der besagten Stelle. Natürlich immer unter der Berücksichtigung, das Haus im Hintergrund sollte nicht erscheinen.

Anschließend schossen wir ein weiteres Foto, fast genau ein Jahr nachdem wir das Google Street View Fahrzeug vor Ort stellten. Dieses Bild wurde von mir anschließend auf Google Maps eingebunden und siehe da, seitdem bin ich wieder bei Google Street View gelistet.

google-street-view-dresden-04

Veröffentlicht von

Ronny Siegel

Noch habe ich hier nichts über mich geschrieben, weil so vieles schon auf diesem Blog steht. ;) Diese Bücher habe ich gerade gelesen: Die Tribute von Panem (komplett) Das Schloss Das Parfüm Der Schwarm Der Process Die Kanguruh-Chroniken Das Lied von Eis und Feuer Diese Filme habe ich mir angesehen: Diese Serien habe ich gesehen:

5 Gedanken zu „Google Street View in Dresden oder wie man mich beleidigte“

  1. Und kein Wort über den zweiten Anwesenden im Bild?
    🙂

    Lustige Sache. Wirklich ein kurioser Zufall und dann werden wir gepixelt. Zu Schade.

    Aber sage mal, ich weiss es nicht mehr genau, hing da nicht so eine rote Laterne an dem verpixelten Haus und es gingen Damen in kurzen Röcken ein und aus? War das nicht die Stelle?

    Ich weiß es nicht mehr genau. Würde es gerne überprüfen und meiner Erinnerung auf die Sprünge helfen. Ach ja, man sieht ja nichts von dem Haus.

    Egal. Es wird sich ohnehin niemand in den Ort verirren. Will man ja auch nicht, man versteckt sich ja.

  2. Nein, genau das Datum, Danke.
    Da hatten sie in DD, eine weile was zu tun.
    Die Bilder von der Leipzigerstr, müssen dann Anfang-Mitte 2009 sein.

    Wollte wissen wo ich zu der Zeit war.


    Stefan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.