Die Geldschöpfung von Banken – eine kritische Betrachtung von Helmut Creutz

Wissenschaftlich ist eine Theorie so lange gültig bis sie wiederlegt wurde. In der monetären Wissenschaft ist dies die Theorie der Geldschöpfung von Banken. Darunter versteht man, dass Banken aus dem nichts Geld schöpfen können und dieses Geld anschließend als Kredite weiter vergeben. Mit den Krediten wiederum verdienen die Banken Zinsen, mit denen sie ihren eigenen Gewinn erhöhen. Diese Geldschöpfung aus dem Nichts, wird von Gegnern des vorherrschenden Geldsystems massiv angeprangert. Mit Recht, denn wenn eine Bank ohne Risiko Geld schaffen kann, wie kann sie dann von ihren Schuldnern, Risikogebühren in Form von Zinsen verlangen? Helmut Creutz ging dieser Theorie jetzt etwas genauer auf den Grund und hat bisher keine Indizien für die Existenz der Geldschöpfung gefunden.

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Nur eine Bank kann Geld aus dem Nichts schöpfen – Die Zentralbank

In der neusten Ausgabe der Zeitschrift “Humane Wirtschaft” nahm Helmut Creutz die Geldschöpfungstheorie etwas genauer unter die Lupe. Der Grund dafür war, laut seinen eigenen Aussagen, die immer wiederkehrenden Theorien zur Geldschöpfung, die ihn an seinen eigenen Erfahrungen zweifeln ließen. Denn laut seinem Wissen und seinen Erfahrungen, unter anderem bei der Gründung einer eigenen Bank, konnte er bisher keine Geldschöpfung von Geschäftsbanken entdecken. Statt dessen weiß er sicher, nur eine Bank kann Geld aus dem Nichts schöpfen und dies ist die Zentralbank.
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Vier verschiedene Geldschöpfungstheorien gibt es

In seinem Artikel ging er auf die verschiedenen Geldschöpfungstheorien ein. Insgesamt entdeckte er vier verschiedenen Theorien, die allesamt in sich logisch erscheinen. Allerdings haftet allen Theorien ein grundlegender Praxisfehler von Beginn an, an. Wie bei einem mathematischen Folgefehler, erklären die Theorien im Anschluss, was praktisch nicht praktiziert wird. Die Publikationen der Deutschen Bundesbank tragen zu dieser Verwirrung zusätzlich bei. Denn auch in den Veröffentlichungen der Bundesbank ist immer wieder von einer Geldschöpfung die Rede, auch wenn diese in der Zwischenzeit zum Teil korrigiert wurde.
Image by Anna

Die Geldschöpfung der Banken erinnert an Geschichten von Baron Münchhausen

Die Geldschöpfung der Banken scheint somit das Machtmittel schlecht hin zu sein. Denn während alle anderen Marktteilnehmer für jeden Euro oder Dollar hart arbeiten müssen, können Banken diese Mittel scheinbar aus dem Nichts erschaffen. Pleite können Banken, laut den Theorien der Geldschöpfung, nur dann gehen, wenn die geschöpften Geldmittel durch reelle Gelder nicht zurück fliesen und die maximal mögliche Geldschöpfungssumme ausgereizt ist. Dass dies alles Unfug ist, dieser Meinung ist Helmut Creutz. Denn die verschiedenen Theorien erinnern mehr an die Geschichte von Baron Münchhausen, der sich angeblich einmal an seinen eigenen Haaren aus dem Sumpf zog. Gelder aus dem Nichts zu schöpfen bleibt, auch nach seinen Nachforschungen, alleine der Zentralbank vorbehalten. Alle anderen Geldschöpfungstheorien sorgen nur für weitere Verwirrung, anstatt das Dickicht des Geldsystem zu lichten.

Das Dokument findet man unter folgendem Link: Geldschöpfung der Banken oder als hier als PDF-Download,

Veröffentlicht von

Ronny Siegel

Noch habe ich hier nichts über mich geschrieben, weil so vieles schon auf diesem Blog steht. ;) Diese Bücher habe ich gerade gelesen: Die Tribute von Panem (komplett) Das Schloss Das Parfüm Der Schwarm Der Process Die Kanguruh-Chroniken Das Lied von Eis und Feuer Diese Filme habe ich mir angesehen: Diese Serien habe ich gesehen:

15 Gedanken zu „Die Geldschöpfung von Banken – eine kritische Betrachtung von Helmut Creutz“

    1. @Gismo: Danke für den Link. Den Inhalt des Videos werde ich aber erst bewerten, wenn ich dieses auch gesehen habe 😉 Für zwei Stunden muss man sich erst mal die Zeit nehmen. Aber wie ich vermute, geht es in dem Video um rein grundsätzliche Fragen. Oder?

  1. @Ronny: Habe es leider selber noch nicht komplett angeschaut da ich den Vortrag auch nachvollziehen möchte und das Thema recht komplex ist.
    Es geht im Grunde um Zins und Zinseszins und Probleme unseres Geldsystems.
    Meine ein Thema das auch dich interessiert.

  2. Es ist ein typisches Phänomen ist, dass alle die Bücher oder andere wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht haben, sich schwer tun, andere Wahrheiten zu akzepieren. Das gilt leider auch für Helmut Creutz, dem man für seine Arbeit trotzdem Respekt zollen muss. Warum und wie die Geschäftsbanken selbst Geld schöpfen können, erklärt der Dokumentarfilm “Quo Vadis Justitia – Geldschöpfung unbekannt”: http://www.youtube.com/watch?v=nHMq_PFkrho
    Die schrichtliche Erklärung der Geldschöpfung hier: http://petitionen.synergent.de/Petition/Geldschoepfung-im-Strafrecht-beruecksichtigen.html

    1. @Petitionen: Ich weiß, dass dieses Thema für wirklich viel Verwirrung sorgt. Viele haben von Geldschöpfung noch nie etwas gehört. Andere streiten sich darüber, ob dies auch der Realität entspricht.

      Ich widme mich dem Thema seit ein paar Jahren und war zum Beginn auch von der Existenz überzeugt. Doch wie Helmut Creutz aus eigenen Bankerfahrungen berichtet, existieren in den Büchern (Buchungsunterlagen der Banken) keine Belege dafür, dass Banken Geldschöpfung betreiben. Wem soll man jetzt mehr Glaube schenken? Den Theoretikern oder den Praktikern? Ich tendiere da lieber zum Zweitem.

      Hast du vielleicht andere praktische Erfahrungen oder Informationen, welche beweisen, dass Banken auch in der Praxis Geld schöpfen? (mal abgesehen von der Zentralbank)

  3. @ Ronny Siegel

    Die Bundesbank führt in einer aktuellen Publikation aus:
    “In der Regel gewährt die Geschäftsbank einem Kunden einen Kredit und schreibt ihm den entsprechenden Betrag auf dessen Girokonto als Sichteinlage gut. Wird einem Kunden ein Kredit über 1.000 Euro gewährt (z. B. Laufzeit 5 Jahre, 5 % p.a.), erhöht sich die Sichteinlage des Kunden auf seinem Girokonto um 1.000 Euro.
    Es ist Buchgeld entstanden oder es wurden 1.000 Euro Buchgeld geschaffen: Die Buchgeldschöpfung ist also ein Buchungsvorgang.”
    Siehe: http://www.bundesbank.de (Seite 72)

    Diese Erklärung besagt also klipp un d klar, dass Geschäftsbanken Geld durch Buchung erzeugen und nicht das Geld von Anlegern oder von anderen Banken weiterverleihen! Die Literatur ist dazu mittlerweile sehr umfangreich (Prof. Joseph Huber, Prof. Bernd Senf, Prof. Richard Werner uvm. haben dazu publiziert).
    Weitere Informationen zur Geldschöpfung gibt es wie erwähnt in dem Dokumentarfilm “Quo Vadis Justitia – Geldschöpfung unbekannt” unter: http://www.youtube.com/watch?v=nHMq_PFkrho , in der Petition: http://petitionen.synergent.de/Petition/Geldschoepfung-im-Strafrecht-beruecksichtigen.html
    oder in dem geldsystemkritischen Magazin “Der Inflationsschutzbrief” unter: http://inflationsschutzbrief.synergent.de/Ausgaben/Inflationsschutzbrief_20-2011.html

  4. Schon witzig, dass jemand ein eigens Bankgeschäft betreibt oder betrieben hat und keine Ahnung von der Geldschöfung der Geschäftsbanken hat, sie sogar für ein Gerücht hält.

    1. @Smitty: Leider ist es doch nicht so eindeutig, wie man gerne in einer Augenblickbetrachtung meinen könnte. Ich habe mir die Doku und die Informationen von deinem Vorkommentator “Petitionen” angesehen. In dem Beitrag werden nur Belege dafür gebracht, dass es die Geldschöpfung gibt. Kritiker sind nicht zu Wort gekommen. Und auch wenn ich der Meinung in diesem Beitrag beipflichte und mich darüber freuen würde, wenn misslungene Kreditgeschäfte auf der Seite des Schuldners, nicht mehr mit dem Gefängnis bestraft werden dürften, stehe ich den Informationen trotzdem weiterhin kritisch gegenüber. Warum?

      Die Antworten findet man in den Broschüren der Bundesbank. Wer nur diese eine Ausgabe in der Hand hält, könnte schnell meinen: “Wow, die Geldschöpfung gibt. Die Bundesbank sagt es.” Diesem Irrtum bin ich auch schon auferlegen gewesen, denn die Bundesbank veröffentlicht regelmäßig neue Broschüren. Und mal steht in diesen Heften, es gibt die Geldschöpfung und mal eben nicht. Hinzu kommt ein weiterer Fehler in der aktuellen Ausgabe, in dem behauptet wird, das Münzgeld wird durch die Zentralbank erschaffen. Dies ist nicht richtig, wenn man mal einen Blick in den Bericht des Bundeshaushaltes wirft. Das Münzprägrecht liegt immer noch in der Hand der einzelnen Euroländer. Deutschland erzielt damit jährlich Mehreinnahmen von mehreren Millionen. Deswegen kann ich Menschen wie Helmut Creutz sehr gut verstehen, wenn dieser die Geldschöpfung “vorerst” von der Hand weißt.

  5. Ich kann Menschen wie Helmut Creutz leider überhaupt nicht verstehen. Mich würde interessieren wie die Buchführung in seiner Bank ausgesehen hat, denn der Prozess der Geldschöfung ist eine einfache Buchung. Der Beweis für Geldschöfung steht in jeder Bankbilanz. Der Buchungsatz lautet einfach Forderungen an Sichteinlagen -> also Aktiva an Passiva -> Bilanzverlängerung, spricht es ist neues Geld entstanden. Der Betrag der Sichteinlagen erhöht sich ohne das der Bank Bargeld zugeflossen ist. Der Betrag auf dem Konto Kasse verändert sich ja nicht. Der Spielraum, in dem Banken Geld schöpfen können, ist theoretisch nur durch den Mindestreservesatz und der Eigenkapitalquote und nätürlich der Kreditnachfrage begrenzt. Aus dieser Tatsache, dass Geld nur durch Kreditvergabe, also durch Schulden entsteht ergeben sich einige weitreichende Probleme, die ich jetzt nicht ausführen möchte.

    Das lernt eigentlich jeder Abiturient und es steht auch in jedem Vorlkswirtschaftslehrbuch. Deshalb finde ich solche Behauptunge, es gäbe keine Geldschöpfung bei den Banken, eher lächerlich, vor allem wenn sie von einem “Banker” kommen.

    Dirk Müller, aka Mr. Dax, fürht diese Tatsache öfters in den Talksshows und Diskussionsveranstaltungen ganz interessant aus. Einfach mal einpaar Videos auf YT mit Dirk MÜller ansehen.

  6. Das Helmut Creutz ein Banker war ist mir jetzt ganz neu. Er hat Bankbilanzen interpretiert, ist deshalb aber noch kein Banker. In seinen Ausführungen bezieht er sich u. a. auf Martin Scheytt, „Theoretische Grundlagen der bankgeschäftlichen Kreditgewährung“ Dieser untersuchte die “orthodoxe” und die “modernen Kredittheorie”. Seine eigene Theorie bezeichnet er als Kreditkettentheorie. Creutz übernimmt die Aussagen dieser Theorie. In einem Aufsatz habe ich mich mit diesen Grundlagen auseinandergesetzt und komme zu dem Ergebnis:
    „Als folgenschwerer Fehler erweist sich die Nichtbeachtung der Grundlage “Kassenüberschuss”. Diesen benutzt er zur Herleitung seiner Überlegungen, erkennt jedoch nicht, dass mit Nutzung dieses Begriffs er indirekt die Geldschöpfung aus dem “Nichts” am Anfang seiner Gedanken akzeptiert. Die darauf aufbauende Folgerung, “eine Schöpfung aus dem Nichts ist nicht möglich”, ist damit hinfällig.“
    Dies trifft somit auch für die Aussagen von Helmut Creutz zu.
    http://www.um-bruch.net/uwiki/index.php/Martin_Scheytt:_Inhalt

  7. Aber wer ist die Zentralbank ?

    Es ist nämlich keine Staatliche Bank. Es ist ein Bankenkonsortium von Privatbanken!
    Die Staaten machten mit den Banken folgenden Deal: Um an Geld leihen Sie es von den Banken. Was den Vorteil hatte das die Staaten die Inflation niedrig halten konnte. Zum anderen mussten die Staaten bedeutend weniger Steuern eintreiben. Dafür erhalten die Banken keine Tilgung jedoch die Zinsen und der Zinseszins muss bezahlt werden.

  8. „Geldschöpfung aus dem Nichts“ wird von österr. Bankbilanzanalysen widerlegt!

    Den emotionalen Beiträgen zur „Geldschöpfung der Geschäftsbanken aus dem Nichts“ möchte ich einige Fakten entgegen stellen:

    1) Wer einen Kredit nimmt, braucht das Geld, behebt es oder überweist es an Zahlung statt. Die „Geldschöpfer“ behaupten, die Bank bucht den Kredit zweimal: Einerseits als Forderung (richtig), andererseits auch als Verbindlichkeit(Einlage). Dies stimmt nur bis zum Augenblick, wo der Kunde das Geld dann braucht und vom Giro/Sparonto behebt. Es wäre sinnlos, einen Kredit zu nehmen und legt diesen dauerhaft wieder anzulegen. Da würde man die Zinsdifferenz zahlen müssen, ausgenommen, wenn der Kredit aus Steuergründen betrieblich, die Einlage aber privat gehalten wird.
    2) Bevor ein Kredit vergeben wird, muss die Bank über ausreichende Liquidität verfügen: Wenn die Bank vorher weder ausreichend Einlagen von Kunden oder anderen Banken hat, so kann sie weder physisch noch elektronisch einen Kredit vergeben. Weil sie ja nix hat. Weder in der Kasse, noch auf einem Konto (bei einer anderen Bank). Die „Geldschöpfer“ sehen nicht, dass ihre Theorie an der Praxis scheitert. Genauso wie kein Kaufmann bei einer leeren Kasse eine Auszahlung vornehmen kann!
    3) Buchhaltungsgrundsätze und Bankwesengesetze verbieten Scheinbuchungen! Also kann gar keine Verbindlichkeit (fiktive Gegenbuchung des Kredites lt. „Geldschöpfer“) gebucht werden, wenn dem kein Rechtsvorgang mit Kundenzustimmung vorangeht. Ausgenommen für jene kurze Zeit, wo der Kreditnehmer die Zuzählung eines Darlehens auf sein Girokonto vornimmt und er diesen Geldbetrag erst später für die beabsichtigten Zahlungen benötigt. Dann aber ist die kurzfristige Geldschöpfung, resp. Bilanzverlängerung (Einlage und Kredit gleichzeitig) wieder beendet!
    4) Bankbilanzen: Seit 20 Jahren analysiere ich alle Bilanzen aller österr. Banken und sehe in keiner einzelnen Bankbilanz als auch in den Summenbilanz aller Banken (die mit der der ÖNB übereinstimmt) keine Bestätigung dieser Geldschöpfungstheorie. Diese Bilanzanalysen in Form einer Excel-Datei beziehen viele Banken, Versicherungen, Medien etc. im Abo, um sich zu informieren und dann genauso feststellen – Geldschöpfung ist nicht vorhanden! Um zur Aufklärung beizutragen, kann ab sofort jeder diese Datei bei der u. a. e-mail-Adresse (fuchsanalysen@gmx.at) anfordern und sich von der nicht vorhandenen Geldschöpfung überzeugen.
    5) Geldschöpfung ist also – wie von den „Geldschöpfern“ gefordert, nachgewiesener Weise Privileg der Notenbanken!

    Leider schaden die honorigen Professoren mit dieser Geldschöpfungs-Behauptung der sonst meist berechtigten Kritik am Bank- und Geldsystem wie der Zinskritik, der Zins- und Goldpreismanipulationen, der wirklichen Bankskandale etc. Nur die Zinsen sind Geldschöpfung, weil hier aus dem Nichts zum Kredit und zur Spareinlage eben der Zins dazukommt, ohne dass jemand dafür arbeitet. Hier kommt es aus dem Nichts beim Kreditnehmer zur Zinsbelastung (Erhöhung der Bankforderung) und beim Einleger zur Zinsgutschrift (Erhöhung der Bankverbindlichkeit), genauso wie von den „Geldschöpfern“ behauptet. Aber das gilt eben nur für die Zinsen, nicht fürs Kapital!

    Thomas Fuchs

  9. Die Giralgeldschöpfung von Geschäftsbanken ist Realität!

    Helmut Creutz’s Ansichten sind logisch widerlegt:

    http://static.squarespace.com/static/513a1e6be4b01b4441c7cdc0/t/5187ef29e4b07f4d551f183f/1367863081589/Betz%20Sozialimpulse.pdf

    @ Thomas Fuchs:

    zu 1) siehe Artikel oben

    zu 2) Großer Irrtum, das Bankensystem ist eben nicht mit dem “Kaufmann mit der leeren Kasse” gleichzusetzen ! Banken haben andere Rechte und Geschäftspraktiken! Spareinlagen werden NIE weiterverliehen, das ist bilanztechnisch gar nicht möglich. “Weiterverleihen” ist nur Umgangssprache. Quelle unter anderem:

    http://www.standardandpoors.com/spf/upload/Ratings_US/Repeat_After_Me_8_14_13.pdf

    zu3) Es sind gerade die Buchungssvorschriften, die den Banken das ja erlauben, siehe hier:
    http://www.iicpa.com/articles/Uebersetzimg%20offener%20Brief%20Schemmann%20FASB%20IASB.pdf

    zu 4) Konkretes Beispiel:

    Im Anhang die Bilanzausschnitte der Sparkasse Aachen aus dem Jahr 2012.

    Forderungen an Kunden komplett: 6.771.499€

    Komplette Verbindlichkeiten ggü Kunden minus täglich fällige Verbindlichkeiten: 7.117.730€ – 2.850.204€= 4.267.526 €

    Das bedeutet, der Forderungs-Differenz 6.771.499 – 4.267.526 = 2.503.973€ (zweieinhalb Milliarden) stehen keine Spareinlagen gegenüber. Sogar die (im Verhältnis kleinen) Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten sind höher als die Forderungen ggü. Kreditinstituten.

    Die täglich fälligen Verbindlichkeiten könnten, wenn Banken Einlagen “weiterverleihen” würden, gar nicht zum weiterverleihehn genutzt werden. Davon hat die Sparkasse Aachen ja 2,85 Milliarden. Das sind Giroguthaben von Hinz und Kunz, ähnlich wie von mir und dem Leser dieses Artikels. Diese stehen täglich uns Kunden zur Verfügung. Wie konnten aber Kredite in Höhe von 2, 5 Milliarden bei diesem Spareinlagenmangel vergeben werden? Weil die zugehörigen Banken das Giralgeld be der Kreditvergabe stets selbst schaffen haben! ist ja auch logisch, denn Girageld=Forderung des Kunden an seine Bank auf Auszahlung. Diese Forderung entsteht ja im Moment der Kreditvergabe, logisch.
    Also widerspricht auch diese Sache “dem weiterverleihen” von Spareinlagen”, diese sind nur zur Refinanzierung wichtig, damit über TARGET2 nicht soviel “Giralgeld” abfließt.

    Kurz gefragt: Wie könnte die Sparkasse Aachen laut Giralgeldschöpfungs-Gegnern in dieser Situation noch Kredite vergeben?

    Nocheinmal: Es gibt gar keine Buchungssätze, die das Einlagen “weiterverleihen” möglich machen würde, im Gegenteil (s.o.). Das Prinzip ist vielmehr:
    Girokonten stellen immer nur rechtliche Ansprüche auf Auszahlung von Bargeld an die Bank dar. Nicht mehr und nicht weniger. Diese verschwinden und werden kreiert ganz nach Belieben der Bank. Natürlich muss sich die Bank refinanzieren, das ist aber eine andere Sache.

    Weil bei Target2 ausschließlich die Differenz mit Zentralbankgeld ausgeglichen werden muss und Girokonten fast nicht verzinst werden, machen die Geschäftsbanken einen riesigen Reibach bei der Sache, durch die Kreditzinsen, die sie verlangen, obwohl ihre Refinazierungskosten bein nahe 0 liegen. Aber die Nachteile des derzeitigen Systems können die Vollgeld-Befürworter besser darlegen als ich.

    zu 5) Diese Diskussion ist allerdings hinfällig, wenn es darum geht, zu sagen, dass die Geschäftsbanken gesetzliches Zahlungsmittel, also Münzen, Scheine schaffen. Das ist natürlich Unsinn. Allein die Zentralbank kann Geld schöpfen.

    Es geht hier um “GIRALGELDSchöpfung” von Geschäftsbanken. Und diese ist Realität!

    (Ich hoffe wirklich, dass diese Diskussion wegen 5) nicht hinfällig ist.

    Empfehlenswert ist noch dieser Link:
    geldhahn-zu.de

    Kommentare hierzu erbeten.

  10. Zunächst meine Hochachtung zu diesen wirklich fundierten und sachlichen Postings !

    Giralgeldschöpfung existiert.

    Bei einigen Kommentaren war ich kurze Zeit wirklich am überlegen, warum es nach der entsprechenden Darstellung überhaupt ein Mindestreservesystem gibt. Warum wurden früher 2% für einen Kredit benötigt und heute nur noch 1% ??? Wäre in der Darstellung doch quasi überflüssig.

    Dieser Umstand empfinde ich doch als etwas ark widersprüchlich. Wesentlich besser sind m.E. die Bücher ” Die Wahrheit über Geld ” von Raymund Brichta, “Meyers Moneyfest” von Frank Meyer und natürlich die Bücher und Videos von Dirk Müller. Auch das Buch “Geld und Magie” von Hans Christoph Binswanger kann ich bedingungslos empfehlen. Herr Binswanger war immerhin Doktorvater von Herrn Ackerman.

    Es ist mir bewusst, dass dieses Thema gerade bei älteren Mitmenschen (so meine Erfahrung) unbehagen auslöst. Seine Sichtweise auf Wirtschaft und Geld ändert niemand gern… und da über Geld darüber hinais nicht gern gesprochen wird…

    Ich bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich bei den aktiven Mitmenschen, die mit diesem wunderschönen Medium Internet endlich Informationen besser und schneller verbreiten.

    Vor 20 Jahren wäre man mit derartigen Ansichten wahrscheinlich eingeliefert worden.

    Alles Gute

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