Die Kriminalisierung von Marihuana, Cannabis oder einfach nur Hanf

Was wäre gewesen, wenn man Marihuana bereits vor 600 Jahren verboten hätte? Christoph Columbus wäre niemals los gesegelt und hätte Amerika entdecken können. Wie auch, schließlich bestanden die Segel, Taue und sogar die Kleidung seiner Leute aus Cannabis. Was wäre gewesen wenn man Hanf erst vor 500 Jahren verboten hätte? Die berühmt Mona Lisa von Leonardo da Vinci wäre nicht entstanden, denn das Original wurde auf Marihuana gemalt.

Was wäre gewesen wenn man Cannabis vor 300 Jahren verboten hätte? Die Verfassung der Vereinigten Staaten hätte man sicherlich in den Sand an der Küste des Atlantiks schreiben müssen und die erste amerikanische Flagge wäre auch nicht die gewesen die sie heute ist. Beides wurde ermöglicht aufgrund der Verfügbarkeit von Hanf. Was wäre gewesen wenn man Marihuana vor 70 Jahren verboten hätte? Die Baumwollindustrie hätte sich etablieren können und aufgrund der Industrialisierung wären Bäume zu Papier verarbeitet wurden und eine Abholzung im bisher unbekannten Ausmaße hätte statt finden können. Hanf wurde verboten und dies vor rund 70 Jahren. Die Auswirkungen sehen wir heute und dies obwohl unsere Vorfahren seit über 12.000 Jahren die Pflanze sinnvoll nutzten.

Forschung bestätigt – keinen Todesfall durch Konsum von Marihuana

Der australische Arzt und Forscher Andrew Katelaris erwähnte einmal, bisher gibt es keinen nachgewiesenen Fall von einem Toten, der dem übermäßigen Konsum von Cannabis zum Opfer fiel. Trotzdem ist Marihuana oder auch Cannabis oder einfach nur Hanf die verteufelste Pflanze, die es auf unserem Planeten gibt. John Morgan, ein amerikanischer Wissenschaftler, kann darüber nur den Kopf schütteln. In seinen Augen ist Hanf maximal ein leichtes Rauschmittel, dafür aber eine umso größere Nutzpflanze. Keine andere Pflanze kann in dieser Form von der Blüte bis zur Wurzel so vollwertig verwertet werden. Und da ist er nicht der Einzige der dies so sieht.

Ein Auto aus Hanf? – Henry Fords Experiment in den 30ern

Henry Ford experimentierte mit Hanf und baute ein Auto aus Marihuana, welches sogar mit Hanfsprit angetrieben wurde. Das Fahrzeug war um einiges stabiler als gleichwertige Fahrzeuge aus Metall und wog um einiges weniger. Doch das Fahrzeug sollte nie in Serie gehen, denn zu dem Zeitpunkt, als Henry Ford sein Hanfmobil vorstellte, war Hanf bereits in den USA verboten. Schuld an diesem Verbot ist vor allem ein Mann, Harry Jacob Anslinger. Anslinger war von Beginn der Dreißiger ein erbitterter Gegner des Hanfs. Seine Bestrebungen führten letztendlich zum Verbot von Hanf in den USA und 1961 zum weltweiten Einheitsabkommen über Betäubungsmittel, indem unter anderem Hanf als Opiat bezeichnet wurde. Mit diesem Abkommen wurde Hanf weltweit kriminalisiert.

Hanf ohne berauschende Wirkung und trotzdem verboten?

Dabei stützen sich die Verbote von Hanf auf den THC Anteil, den man in den Blüten und Blättern vorfindet. Dieser Stoff sorgt für die beliebte, berauschende Wirkung, die in Holland völlig legal ist. Nachdem in den Niederlanden der  Kampf gegen Drogen eine neue Variante erfuhr, indem sie auf die Kriminalisierung von Drogenkonsumenten verzichteten, mussten sie feststellen, es gab keinen Anstieg des Drogenkonsums. Noch unverständlicher wird das Verbot von Hanf, wenn man berücksichtigt, in der Zwischenzeit gibt es Hanfpflanzen, die quasi End-THC’t wurden und nur noch einen THC-Anteil von 0,2 bis 0,3 Prozent besitzen. Von diesen Pflanzen kann man Rauchen soviel man möchte. Man wird davon einfach nicht „hei“. Zum Vergleich, dass Original weist immerhin einen Anteil von 10 bis 15 Prozent auf.

Erst 1996 erkannte die EU die Unsinnigkeit des Verbotes von Hanf und erlaubte die industrielle Nutzung der Pflanze. Seitdem findet man auch in Deutschland wieder erste Hanffelder. Die Farmer freut’s, denn schließlich ist Hanf eine der wenigen Pflanzen die ohne Chemikalien auskommt. Gleichzeitig gräbt Marihuana durch ihre langen Wurzeln den Boden mit um und ist auch ansonsten gegen Ungeziefer äußerst resistent. Die langen stabilen Fasern, die man aus dem Stängel der Pflanze gewinnt, gehören zu einen der härtesten Fasern der Welt. Nicht umsonst sind Sachen aus Hanf auch so reißfest, wie Levi Strauss mit ihrer ersten Jens der Welt bewiesen. Hanf kann zudem jährlich geerntet werden. 120 Tage benötigt die Pflanze bis sie zur Ernte reif ist. Bäume brauchen dafür mehrere Jahrzehnte.

Hanf gegen Waldrodung – eine echte Alternative

Dabei kann Hanf jeglichen Bedarf abdecken, der heute noch durch Bäume gedeckt wird. Papier aus Hanf gab es, wie bereits erwähnt, seit Jahrhunderten. Neben der ersten Unabhängigkeitserklärung, druckte auch Gutenberg seine erste Bibel bereits auf Hanfpapier. Bretter aus Hanf stellen genau sowenig ein Problem dar, wie noch härtere Baumaterialien. Vermischt man die Reste des nichtverwertbaren Hanfs mit Kalkzement, verfestigt sich das Gemisch zu Stein. Nur mit dem Vorteil, dieses Material wiegt gerade einmal ein Sechstel davon. Die Liste aus Hanfprodukten steigt zudem von Jahr zu Jahr. Neben Hanföl gibt es seit den 90zigern auch Hanfbier, natürlich mit berauschender Wirkung. Aber auch die Kosmetikbranche beginnt langsam damit, Hanf für sich zu entdecken. Besonders an Hanf interessiert ist aber die Pharmaindustrie. Erhofft man sich doch durch die Legalisierung von allen Hanfpflanzen neue Medikamente, mit denen man unter anderem Krebskranken ihr Leiden erleichtern kann.

 

Links und Quellen:  Harry Jacob AnslingerHanfGeschichte des HanfsHanfmuseum in Berlin

Veröffentlicht von

Ronny Siegel

Noch habe ich hier nichts über mich geschrieben, weil so vieles schon auf diesem Blog steht. ;) Diese Bücher habe ich gerade gelesen: Die Tribute von Panem (komplett) Das Schloss Das Parfüm Der Schwarm Der Process Die Kanguruh-Chroniken Das Lied von Eis und Feuer Diese Filme habe ich mir angesehen: Diese Serien habe ich gesehen:

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