DDR Geschichte – Von Semperoper, Kinderbibliothek und Geburtstagsgrüßen

Wenn man als Jugendlicher in Dresden wohnte, konnte man ab Mitte der Achtziger anlässlich der Jugendweihe, Karten für die Semperoper erwerben. Der Besuch der Semperoper war natürlich mit einem Operabend verbunden und vorab erhielt man durch ein Informationsprospekt, erste Einblicke in den Opernalltag. Zudem habe ich auch noch eine alte Benutzungsordnung der damaligen Kinderbibliotheken gefunden. Die gesamten Anweisungen passten auf einen kleinen A5 Zettel und dies obwohl die Schriftgröße kindergerecht gewählt war.

Was ist eine Souffleuse? Was machen Requisiteure? Wofür ist ein Inspizient verantwortlich? Diesen und vielen weiteren Fragen ging man mit einem kleinen Flyer auf den Grund. Das Prospekt wurde Schülern der achten Klasse in der DDR, anlässlich ihres Opernbesuches zur Verfügung gestellt. Zusätzlich befand sich in dem Prospekt noch ein weiterer Zettel, auf dem diverse Fragen gestellt wurden. Sofern man diesen beantwortete und an die Staatsoper Dresden sendete, konnte man eine Führung durch die Werkstätten der Staatsoper gewinnen.

Ich kann mich nur noch sehr dunkel an den Opernbesuch erinnern. Ich weiß noch, dass ich mehrere Wochen vor dem Opernbesuch mir verschiedene Opernstücke auf Schallplatten anhörte, um dem Gesang überhaupt folgen zu können. Leider nützte dies nicht wirklich viel, denn anstatt überhaupt etwas zu verstehen, ging die Oper komplett an mir vorbei. Ich glaube ich war damals mehr mit der Besichtigung der Innenausstattung beschäftigt, als mit dem Stück. Dementsprechend verschickte ich auch nicht den Fragebogen, da er keine bautechnischen Fragen enthielt, sondern sich ausschließlich auf das Prozedere rund um die Oper konzentrierte.

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Was für mich sehr interessant war, ist die Benutzungsordnung der Stadtbibliotheken, die mir vor kurzem wieder in die Hände viel. Insbesondere vielen mir sofort die Versäumnisgebühren ins Auge. Diese waren nach meinem Wissen für damalige Verhältnisse sehr teuer, wenn man bedenkt, viele meiner Mitschüler einschließlich meiner Person erhielten zu dieser Zeit ein Taschengeld von 50 Pfennigen in der Woche, also rund 2 Mark im Monat. Hätte man zu dieser Zeit ein Buch drei Wochen später zurück gegeben, wäre damit fast das gesamte Monatstaschengeld drauf gegangen.

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Ebenfalls fand ich ein Briefpapier, welches vor allem von Kindern und Jugendlichen in Ferienlagern verwendet wurde, um den Eltern eine Nachricht zukommen zu lassen. Die Briefmarke zum 40. internationalen Kongress für Pferdezucht der sozialistischen Staaten aus dem Jahr 1989, befand sich auf dem Briefumschlag. Das Briefpapier konnte man auf beiden Seiten beschreiben. Auf der Innenseite des Papiers existieren weitere vorgezeichnete Linien. Auf dieser Abbildung sieht man aus diesem Grund auch nur die Vorder- und Rückseite des Briefpapiers.

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Zum Schluss will ich auch noch eine Geburtstagsgrußkarte präsentieren, die mir zu irgendeinem Geburtstag geschenkt wurde. Es gibt zu der Karte nichts Besonderes zu erzählen. Alleine die damalig verwendeten Motive, spiegeln eventuell die vorherrschenden Interessen wieder. Cowboys und Indianer spielten in der DDR eine sehr wichtige Rolle. Neben diversen Filmen gab es auch viele Spielsachen zu diesem Thema. Erstaunlich war, die Indianer wurden immer als gute Personen dargestellt, hingegen den Cowboys immer etwas Brutales anhaftete. Vielleicht wollte man über diesen Vergleich den Kampf des Sozialismus gegen den Kapitalismus, mit Hilfe einfacher Geschichten wiedergeben.

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Veröffentlicht von

Ronny Siegel

Noch habe ich hier nichts über mich geschrieben, weil so vieles schon auf diesem Blog steht. ;) Diese Bücher habe ich gerade gelesen: Die Tribute von Panem (komplett) Das Schloss Das Parfüm Der Schwarm Der Process Die Kanguruh-Chroniken Das Lied von Eis und Feuer Diese Filme habe ich mir angesehen: Diese Serien habe ich gesehen:

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