Das Vermögen der Europäer: Geldmengenentwicklung in der Eurozone

In einem meiner letzten Artikel, beschrieb ich, wie sich die Geldmenge innerhalb der Eurozone veränderte. Nachdem ich den Artikel online stellte, schoss mir sofort der nächste Gedanke durch den Kopf. Um aufzuzeigen inwiefern man wirklich auf der europäischen Gewinner- oder Verliererseite steht, ist es nicht nur wichtig die deutschen Vermögensverhältnisse zu betrachten, sondern diese mit den Vermögensverhältnissen der anderen Europäer zu vergleichen. Heraus kam eine Statistik, welche die Bevölkerungsentwicklung in den Ländern aufzeigt, die über den Euro verfügen und diese Entwicklung in das Verhältnis zur Geldentwicklung setzt.


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Der Pro-Kopf-Geldbesitz in der Eurozone ist gestiegen, dies zeigt bereits die Geldmengenentwicklung der Geldsumme M3. Die Geldmenge M3 setzt sich im groben aus folgenden Werten zusammen. Die Bargeldmenge, die Menge der Summe auf allen Giro- und Sparbuchkonten, die Geldsumme auf Festgeldkonten und die Geldmenge aus Schuldverschreibungen, Wertpapiergeschäften und Geldmarktfonds. Diese Summe wird monatlich der Europäischen Zentralbank (EZB) von den in der Eurozone tätigen Geldinstituten gemeldet. Der Geldmenge M3 ist für die EZB ein wichtiger Indikator für eine Inflation, was nicht gleichzusetzen ist, mit einer tatsächlichen Inflation.

Um die allumfassenden Zusammenhänge zu verstehen, nützt es wenig sich nur auf einen Punkt zu konzentrieren. Nach meinen Erkenntnissen, weiß selbst die EZB derzeit nicht so genau, woher eigentlich die Krise rührt. Ein Grund dafür könnten zum Beispiel sein, eine große Euro-Geldmenge befindet sich im Ausland und wird über die monatlichen Abfragen durch die EZB überhaupt nicht erfasst. Würde diese Geldmenge nach Europa zurückfliesen, könnte dies zu einem sprunghaften Anstieg von M3 führen und dadurch eine Inflation auslösen. Voraussetzung dafür ist allerdings, diese Geldsummen landen im Wirtschaftskreislauf und nicht im Finanzkreislauf.

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Wie sieht es denn nun aber mit der Pro-Kopf-Vermögensentwicklung der Europäer aus? Durchschnittlich dürfte jeder Europäer über eine Geldreserve von 28.000 Euro verfügen. Dies ist gegenüber dem Jahr 2002, dem Jahr der Einführung des Euros, eine Steigerung von 58 Prozent. Damals betrug das Vermögen der Europäer im Durchschnitt noch knapp 18.000 Euro. 2008 gab es eine Studie, welche die Vermögensverhältnisse der Deutschen offenbarte. Laut dieser Studie besaßen die Deutschen damals im Durchschnitt ein Pro-Kopf Vermögen von rund 51.000 Euro. Die neusten Ergebnisse zeigen, dieses Vermögen ist seit 2008 um weitere 3.000 Euro angestiegen.

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Was bedeutet dies? Laut den Zahlen müsste es uns Deutschen richtig gut gehen. Wir dürften nicht über Mangel klagen und jeder von uns müsste über genügend Vermögen verfügen, um auch nachfolgende Krisen bedenkenlos zu überstehen. Schließlich haben wir als Deutsche andere Eurobewohner, um ihren Besitz gebracht. Natürlich ist eine solche Interpretation der Zahlen reiner Populismus. Denn die eigentliche Frage die sich stellt ist, wer besitzt eigentlich diese Geldsummen? Laut den Statistiken der Regierung erhöht sich jährlich die Anzahl der Menschen in Deutschland, welche von Sozialtransferleistungen abhängig sind. Dies ist ein eindeutiges Indiz dafür, die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert sich zusehends.

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Wann wir in Deutschland jedoch die Verhältnisse erlangen wie sie derzeit in Griechenland, Spanien, Portugal und anderen europäischen Ländern existieren, ist nicht voraussagbar. Jedoch wird sich Deutschland mit jeder Transferleistung schneller in die Richtung dieser Länder bewegen. Aus europäischer Sicht ist dies moralisch richtig, denn der Reichtum Deutschlands konnte nur aufgrund der Ausplünderung dieser Länder statt finden. Dass der Großteil dieser Anhäufung des Reichtums bei der breiten Bevölkerung nicht angekommen ist, dafür ist die Legislative verantwortlich. Gesetze die Vermehrung von Reichtum begünstigen und die Abschröpfen der Vermögen der breiten Bevölkerung ermöglichen, sorgt langfristig immer für Konflikte, wie die Geschichte der Menschheit zeigt.

Quellen: www.kiwifo.de, www.wko.at, www.eds-destatis.de – Teil 1, www.eds-destatis.de – Teil 2, Wikipedia

Veröffentlicht von

Ronny Siegel

Noch habe ich hier nichts über mich geschrieben, weil so vieles schon auf diesem Blog steht. ;) Diese Bücher habe ich gerade gelesen: Die Tribute von Panem (komplett) Das Schloss Das Parfüm Der Schwarm Der Process Die Kanguruh-Chroniken Das Lied von Eis und Feuer Diese Filme habe ich mir angesehen: Diese Serien habe ich gesehen:

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