15 Kilo in nur einem Monat abnehmen?

Auf meinen Spaziergängen durch den Großen Garten in Dresden, entdecke ich sie immer wieder. Die Menschen, welche sich joggender Weise fortbewegen. Einige von ihnen werden diesem Hobby frönen, einfach nur um sich fit zu halten. Doch es gibt auch ein paar Exemplare, denen sieht man sofort an, hier sollen Pfunde verschwinden. In solchen Fällen erinnere ich mich immer gerne an die Zeit zurück, als ich selber noch mit zuviel Gewicht zu kämpfen hatte und verschiedenste Methoden ausprobierte, nur um möglichst mein Traumgewicht zu erreichen.

Das Übel meiner Gewichtszunahme begann mit dem Wechsel von einer stehenden Tätigkeit in eine Sitzende. Irgendwann stellte ich fest, verdammt die Knopfe deiner Jeanshose gehen von Tag zu Tag immer schwerer zu. Irgendwie erreichte ich in der Zwischenzeit auch das vorletzte Loch meines Gürtels, was für mich aber immer noch kein Grund war, entgegenzusteuern. Schließlich besaß ich noch ein Loch als Reserve. Diverse Waagen bei meinen Freunden dienten mir fortan als Bestätigung dafür, „So schlimm ist es doch noch gar nicht.“ Da ich auf diesen Waagen nie ohne Sachen stand, konnte ich mir immer schön einreden, das Gewicht der Sachen ist für das hohe Gewicht verantwortlich. Durch diese Ignoranz nahm ich von Jahr zu Jahr zu. Einzig und alleine die Sommermonate, in denen ich mich immer mehr bewege, konnten einer kontinuierlichen Gewichtszunahme entgegen wirken. Der Hammer kam dafür in den Wintermonaten. In kürzester Zeit schoss das Gewicht nach oben. Nach drei Jahren hatte ich dann endgültig den Kanal voll. Ich wollte etwas gegen diesen Jojo-Effekt unternehmen. Aber was?

Als erstes kamen mir natürlich diverse Bücher über die richtige Ernährung in den Sinn. Klingt schließlich logisch. Was mich natürlich sofort begeisterte, war ein Buch über die empfohlene Ernährung im Büroalltag. Besser konnte ich eine Zusammenfassung nicht bekommen. Ich las und versuchte meine Essverhalten mit den Vorschlägen ein Einklang zu bringen. Ich stieg auf Salate und Gemüse um. Doch irgendwann meldete sich immer mein Körper und teilte mir mit, „Hab Hunger auf Fleisch.“ Also gab es zu dem Salat noch ein schönes leckeres Steak. Doch kaum war Appetit auf Fleisch gestillt, verspürte ich auf einmal einen Heißhunger auf Käse. Irgendwann verschwand der Salat von meinem Teller und übrig blieben Steaks überbacken mit Käse. Das Buch befand sich kurze Zeit später auch an einem Ort, an dem ich es schwer wieder auffinden konnte.

Der nächste Tipp betraf die Trennkost. Da ich von dieser Sache schon einmal etwas hörte, jedoch nicht so richtig etwas damit anfangen konnte, belass ich mich erneut zu diesem Thema. Anschließend versuchte ich auch diese Regeln zu befolgen. Ich glaube es gelang mir nicht einmal einen Monat, bevor mein Körper mir erneut den imaginären Vogel zeigte und mir mitteilte, wenn jetzt nicht bald etwas Ordentliches auf den Teller käme, würde er sich in den Streik begeben. An diesem Punkt war ich irgendwie verzweifelt und da ich wusste, durch die Bewegung im Sommer tritt dieses Problem nicht so extrem wie im Winter auf, beschloss ich mich der joggenden Menschen anzuschließen, welche sich in den Wintermonaten durch den großen Garten quälen. Mein Gewicht war zu diesem Zeitpunkt bereits um rund 25 Prozent höher, wie noch vor sechs Jahren. Und dies sah man mir auch an.

Leider halten gute Vorsätze nicht allzu lange, wenn man nicht innerlich zu hundert Prozent auch daran glaubt. Mit dem Joggen kam ich nicht weit. Mein Körper konnte mit dieser unerwartenden Belastung nichts anfangen und erklärte meinen Gelenken ab sofort Schmerzsignale auszusenden. Übrig blieb eine Entzündung, die sich einige Wochen hinzog. Diese Schmerzen wünsche ich keinen, doch für mich waren sie letztendlich der Grund noch einmal intensiv über den Abnehmprozess nachzudenken. Ich fragte mich, warum es mir in den letzten Jahren nicht gelang mein Gewicht auf einen gesunden Nenner einzuschießen, ging gedanklich noch einmal alle Methoden durch und stellte für mich eine wiederkehrende Tatsache fest.

Die Lösung aller Gewichtsprobleme

Bei allen Versuchen, welche ich unternahm versuchte ich auf fremde Hinweise zu hören und ignorierte dabei die Signale meines Körpers. Wenn mein Körper mir mitteilte, „Ich benötige ein durchgebratenes Stück Steak“, dann sagte ich mir, „Du bekommst es nicht weil ich abnehmen will“. Natürlich konnte ich diesen Kampf nicht gewinnen. Also begann ich damit, zuerst zu analysieren was ich am Tag denn überhaupt an Energie benötige. Das für mich beste Messinstrument sind hierzu die Kilokalorien. Zum einen stehen diese Angaben nahezu auf jeder Verpackung und zum zweiten rechnet man mit nicht allzu großen Größen. Als Nächstes benötigte ich natürlich noch ein Messinstrument, um den für mich notwendigen Wert zu ermitteln. Auch wenn ich mich immer dagegen sträubte, die Waage war das einzige mögliche Medium, dem Gewicht den Kampf anzusagen. Damit waren alle Grundvoraussetzungen vorhanden. Nun hieß es, Kalorien zählen.

In den ersten Wochen schrieb ich mir alle Kalorien auf, die ich zu mir nahm. Zusätzlich überprüfte ich mein Gewicht täglich auf der Waage, natürlich ohne Sachen und immer zu bestimmten Zeiträumen, nämlich nach dem Aufstehen und vor dem Schlafen gehen. Dabei stellte ich folgendes fest. Isst man vor dem Schlafen gehen viel, wird man am nächsten Tag ungefähr das gleiche Körpergewicht vorfinden. Ist man dagegen rund sechs Stunden vor dem Schlafen nichts mehr, sinkt auch das Körpergewicht über Nacht. Klingt logisch, wenn man weiß, man verarbeitet über Nacht rund 400 Kilokalorien.

Doch diese Information nützte mir wenig, wenn ich nicht wusste wie viel Kilokalorien ich täglich zum Überleben benötige. Bevor ich dies herausfand vergingen rund drei Monate. Danach war ich mir ziemlich sicher, mein täglicher Bedarf an Kilokalorien liegt bei rund 1.200. Theoretisch müsste ich somit nur weniger Kilokalorien zu mir nehmen und dadurch auch eigentlich abnehmen, so meine Gedanken zu dem Thema. Also begann ich damit die Kalorien auf 1.000 zu senken und an zwei Tagen in der Woche nahm ich die benötigten 1.200 zu mir. An Essen verbot ich mir nichts, auf was ich nicht Appetit hatte. Wenn ich Käse wollte, aß ich Käse. Dürstete es mich nach Süßem, gab es Süßes. Einzig und allein auf die Kalorien achtete ich. Um die Aufnahme von Nahrungsmitteln zu erhöhen, verzichtete ich auf Säfte und stieg auf Wasser um, denn schließlich musste ich auch die Kalorien in den Getränken mit berücksichtigen.

Ich glaube es dauerte keine drei Wochen, als mein Gewicht anfing nach unten zu purzeln. Kontinuierlich ging es ab dann bergab. Zwar waren meine Launen zu dem Zeitpunkt nicht immer rosig, doch durch das Ergebnis der Gewichtsabnahme konnte ich unzufriedene Momente gut kompensieren. Mein Idealtraumgewicht erreichte ich zwar noch nicht, dafür unterband ich seit über sechs Jahren im letzten Winter erstmalig den Jojo-Effekt.

Meine Empfehlungen für eine erfolgreiche Gewichtsreduzierung.

Wer wirklich Abnehmen möchte, dem kann ich deswegen nur folgendes empfehlen. Findet als Erstes heraus, wie viel Kalorien ihr am Tag wirklich verbrennt, ohne gleich den Tagesablauf zu ändern. Die Empfehlungen der Bundesregierung liegen nämlich bei 2.200 täglich, was für viele von uns eine Gewichtszunahme bedeuten würde. Verzichtet nicht auf Essen, auf welches ihr Appetit habt. Verringert stattdessen die Menge. Wenn ich gleichzeitig auf mehrere Sachen Appetit verspürte, jedoch meine Kalorienmenge für diesen Tag bereits überschritten war, schrieb ich mir mein Wunschessen auf und verschob dieses auf den nächsten Tag. Wenn ihr zudem wisst, heute Abend gibt es eine schöne Party mit gutem Essen oder ihr seid zum Grillen bei Freunden eingeladen, dann versucht auf das Essen vorher zu verzichten. Ein Pot Kaffee am morgen reicht manchmal auch aus und man kann sich über den Tag immer einreden, „Heute Abend gibt es etwas Leckeres.“

Sollte euch mal der Magen in der Nacht knurren, ein Glas Wasser hilft in diesen Fällen meistens. Alternativ kann es auch mal eine Möhre oder ein Apfel sein. Über kleine Rückschläge sollte man sich nicht zu lange ärgern. Diese passieren auch mir ständig noch. Ich versuche dann die Kalorienmehraufnahmen in den nächsten Tagen wieder stückweise zu kompensieren. Sobald man seinen Körper auf die entsprechende Kalorienmenge eingeschossen hat, wird man auch feststellen, er nimmt nicht mehr so schnell zu, wenn man einmal über die Stränge schlägt. Wenn man letztendlich sein Traumgewicht erreicht hat oder erst einmal eine Abnehmpause einlegen möchte, kann man die Kilokalorien dem täglichen Verbrennungswert anpassen.

Und zum Schluss noch ein Tipp zur Eigenmotivation. Im Sommer lässt es sich leichter abnehmen als im Winter.

Veröffentlicht von

Ronny Siegel

Noch habe ich hier nichts über mich geschrieben, weil so vieles schon auf diesem Blog steht. ;) Diese Bücher habe ich gerade gelesen: Die Tribute von Panem (komplett) Das Schloss Das Parfüm Der Schwarm Der Process Die Kanguruh-Chroniken Das Lied von Eis und Feuer Diese Filme habe ich mir angesehen: Diese Serien habe ich gesehen:

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