Verteidige dein Bild – Wie Google den Contentvertrag bricht

Die Emotionen von vielen Grafikern und Fotografen befinden sich in diesen Tagen weit über den Siedepunkt, wenn es um das Thema der neuen Google Bildersuche geht. Google verspricht wieder einmal mehr Besucher auf der Website, doch erste Untersuchungen zeigen genau das Gegenteil. Aus diesem Grund wurde von Michael eine Protestseite ins Leben gerufen mit dem Aufruf “Verteidige dein Bild”. Auf dieser sammelt er bis Ende März Unterschriften, die anschließend Google übergeben werden sollen. Warum ich die Aktion unterstütze, verrate ich euch gerne in diesem Beitrag.

Die neue Google Bildersuche – Wenn interessiert dies?

Geht es nach meinen Websites, könnte es mir persönlich ziemlich schnuppe sein, was Google da mit seiner neuen Bildersuche ausrollt. Nur ein geringer Teil der Besucher auf meinen Websites kommt über die Google Bildersuche. Zudem würde Google noch nicht einmal gegen meine erteilten Nutzungsrechte verstoßen, denn sämtliche Bilder von mir dürfen mit Angabe der Quelle gewerblich und privat verwendet werden. Da Google in der neuen Bildersuche die Quelle auch gleich vier mal angibt, würden sie damit alle meine Bedingungen aufs Beste erfüllen.

Der Vertragsbruch von Google

Trotzdem unterstütze ich die Aktion von Michael nur zu gern. Denn ich bin der Meinung, Google bricht mit der neuen Google Suche einen Vertrag, der mündlich zwischen den Contentlieferern und Google geschlossen wurde. Dieser besagte bisher: Wir (das Netz) kümmern uns um die Inhalte und die Suchmaschinen (Google und Co.) liefern die Besucher.

Durch die neue Bildersuche werden dem Suchenden jedoch Bilder in einer Auflösung präsentiert, dass dieser keinen Grund mehr hat, die Originalquelle zu besuchen, dies zeigen erste Untersuchungen auf Websites aus dem englischsprachigem Raum, wo die neue Google Bildersuche bereits gestartet ist. Weniger Besucher bedeutet aber auch immer weniger Möglichkeiten seine Inhalte und damit auch seine Arbeit zu monetarisieren, in welcher Form auch immer.

Was würde müsste Google tun?

Gibt es eine Möglichkeit aus dem Dilemma? Mit Sicherheit, nur dafür müsste Google neue Möglichkeiten schaffen. Einerseits sollte Google den Betreibern der Website die Kontrolle über ihre Werke lassen. Diese sollen entscheiden dürfen, ob das Bild und wenn ja in welcher Auflösung das Bild angezeigt wird und dies ohne Programmierkenntnisse. Zudem könnte man sich eine Beteiligung an zukünftigen Werbeeinnahmen vorstellen, die vielleicht neben den Bildern eingeblendet werden. Oder eine Art Einblendung des Urhebers des Bildes neben dem Bild (ein Author Snippet für Bilder), wie man es bereits bei anderen Inhalten kennt.

Die Debatte mit Google beginnt jetzt.

Will Google auch weiterhin als das Unternehmen wahr genommen werden, welches die Nutzer entscheiden lässt, was mit dem Netz und ihren Daten geschieht, wird es diesmal nicht um eine Debatte herum kommen. Denn diesmal sind es keine Datenschützer, Politiker oder Verwertungsgesellschaften, die gegen die neuen Änderungen Sturm laufen. Diesmal sind es die Menschen, die bisher immer zu Google hielten und mit dafür verantwortlich sind, dass Google die populärste Suchmaschine im Web ist.

weitere Links: tagseoblog.de, blog.heikerost.com

7 Gedanken zu “Verteidige dein Bild – Wie Google den Contentvertrag bricht

  1. Pingback: Verteidige Dein Bild - Gegen die neue Google Bildersuche

  2. Sehr guter Artikel!

    Jetzt müssen wir nur noch Tante G gemeinsam in den A… treten.
    Übrigens Duckduckgo.com ist auch nicht übel, wird Zeit, dass es die auch bald auf deutsch gibt.

  3. Tja, so ganz kann ich die Aufregung nicht teilen. Ich bin nicht unglücklich darüber wenn Graphiken oder Bilder meiner Band in besserer Auflösung oder anderem Format präsentiert werden. Den Link gibts ja weiterhin dazu. Sicherlich positioniert sich Google dadurch stärker, jedoch ist und bleibt das Internet ein Medium.
    Aber: Ich hoffe daß wir nicht eines Tages schreiben müssen
    “o tempora, o mores”

    • @Lutz: Interessant mal eine andere Ansicht dazu zu erfahren. Jedoch kann ich Betreiber von Webseiten sehr gut verstehen, wenn diesen durch die neue Bildersuche einfach mal ein Teil des Traffic (also der Besucher) wegbricht. Bei Bands, wie bei dir, keine Ahnung wie sich die neue Bildersuche auswirkt. Vielleicht wird dadurch wirklich die Aufmerksamkeit erhöht und die Leute klicken auch auf eure Website. Vielleicht muss man aber hier auch zukünftig unterscheiden zwischen Momentaufnahmen und künstlerischen Werken.

  4. Pingback: Google verletzt keine Urheberrechte mit der neuen Bildersuche

  5. Pingback: Verteidige Dein Bild: Protest gegen Bildersuche | Kleckerlabor

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