Immer auf die Kleinen – von Sozialschmarotzern, Hartz IV Empfängern und Arbeitsunwilligen

Wenn man mit offenen Augen durch unsere Städte geht, fallen einem immer wieder Dinge auf, bei denen man sich fragen darf, ist dies eigentlich normal. Erst vor wenigen Tagen entdeckte ich bei uns eine fahrbare Suppenküche, vor der sich eine Menge Menschen versammelte. Ich stellte mir die Frage, sollte Nahrung nicht ein Grundrecht eines jeden Menschen sein? Sollte ausreichend Essen nicht für jeden Menschen zur Verfügung stehen, ohne sich an einer Suppenküche anstellen zu müssen, um nach Diesem zu betteln? Wer nichts zu essen hat, kann auch nichts leisten. Daran können sich sicherlich noch die Menschen erinnern,  welche die letzten Kriegstage des Zweiten Weltkriegs und die entbehrenden Jahre danach miterleben mussten. Eine Gesellschaft, die dieses Grundbedürfnis nicht für alle Menschen die in ihr leben, erfüllen kann, sollte sich die Daseinsberechtigungsfrage stellen.

Wasser, Nahrung, Kleidung und einen warmen trockenen Schlafplatz, wie kann man als Mensch anderen Menschen diese grundlegenden Bedürfnisse entziehen? Darf man sich dann noch als würdig für seine eigene Art bezeichnen? Worauf diese Fragen abzielen ist eindeutig. Auf unseren Umgang mit unseren Mitmenschen und insbesondere Denjenigen die sich nicht aus eigener Kraft aus ihrer Misere ziehen können. Zu jeder Zeit gab es solche Menschen. Und in jeder Menschheitsepoche ging man mit diesen Menschen anders um. Heute sehen wir in diesen Menschen eine Last für unsere Gesellschaft. Wir verurteilen diese Menschen als Sozialschmarotzer, die sich auf Kosten der Gesellschaft ausruhen, während man selber für sein tägliches Brot arbeiten muss. Wir urteilen ohne Hintergründe zu kennen und versuchen uns ein reines Gewissen einzureden, wenn wir auf angesprochene Ausnahmen mit Sätzen reagieren wie: „Diese Menschen meine ich natürlich nicht.“

Die technische Entwicklung ermöglicht es derzeit, dass zwei Prozent der Menschen mit ihrer Arbeitsleistung die restlichen 98 Prozent, inklusive ihrer eigenen Person, ernähren können. Der Dienstleistungssektor ist heute auf einen Wert von über 72 Prozent angewachsen. In der Industrie arbeiten noch 19,9 Prozent unserer Gesellschaft. Wir können derzeit jährlich für 12 Milliarden Menschen Nahrungsmitteln produzieren. Auf unserm Planeten leben derzeit aber nur 7 Milliarden Menschen.  Ähnliche Quoten können wir bei der Produktion von Kleidung und Wohnungen erreichen. Alleine in Spanien sind derzeit rund eine Millionen Wohnungen unbewohnt.

Was zeigen diese Zahlen? Wir haben ein Verteilungs- und ein moralisches Problem. Wir sehen immer nur, was wir noch nicht haben. Aber nicht, was wir bereits besitzen. Die Produktion auf unserem Planeten ist erstmalig seit Menschengedenken so gut, dass wir jeden Menschen auf der Erde seine Grundbedürfnisse erfüllen könnten, unabhängig davon, ob dieser arbeitet oder nicht. Die derzeitige Produktion würde sogar noch für weitere Milliarden von neuen Menschen reichen.  Doch trotzdem wird uns eingeredet, die Schwachen in unserer Gesellschaft schädigen unsere Gesellschaft.  Es wird uns vorgerechnet, wie viel diese Menschen unsere Gesellschaft kosten und was man mit diesem Geld ansonsten Gutes tun könnte. Doch fängt Gutes nicht eigentlich im Kleinen an?

Eine Gesellschaft, die ihr schwächstes Glied stärkt, zeigt ihre wahre Stärke. Eine Gesellschaft, die ihr schwächstes Glied weiter schwächt, wird zusammenbrechen. Gemeinschaft bedeutet gemeinschaftlich, auch mit denjenigen, die sich nicht aktiv an der Gesellschaft beteiligen können.

Quellen und Links: Anteil Erwerbstätige in Branchen, Welternährung und mögliche Produktion

Ein Gedanke zu “Immer auf die Kleinen – von Sozialschmarotzern, Hartz IV Empfängern und Arbeitsunwilligen

  1. dieses Geschwätz von wegen “wer sich nur genug anstrengt der kann auch Millionär werden”. Wir haben einfach nur Glück gehabt im Leben.

    Und meist kommen solche Sätze von Leuten, die selbst nie wirklich etwas geleistet haben für die Gesellschaft.

    Wer sollte sich schon freiwillig in die Schlange einer Suppenküche stellen, das an all jene, die meinen mit Hartz 4 & Co. könne man sich ein leichtes Leben machen..

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